Der Gesang des Waldes

Leise Stimmen ertönen aus der Ferne und ich folge ihrem Ruf, nicht wissend ihrer Intention, sind sie doch so fein. Dennoch verführt mich ihr glasklarer Klang. Eine entzückende Melodie, schüchtern und zurückhaltend, mit einer faszinierenden und willensstarken Dominanz. Wie ein unsichtbares Band ziehen mich die Töne in ihre Richtung. Willenlos tragen mich meine Füße mitten in die Wälder, immer tiefer hinein in die Einsamkeit. Ich stehe versunken im Schnee zwischen erhabenen Bäumen, deren Geäst schwer vom weißen Wintergold herabhängt. Mich umgibt ein wunderschöner Chor aus sinnlichen Stimmlagen. Ein warmes Kribbeln durchfährt meinen Körper. Energetische Wellen, die mir mitteilen: hier gehörst du hin.

Plötzlich laufen die vergangenen Wochen wie ein fotografischer Film vor meinem inneren Auge. Ein Ereignis jagt das andere und ich wechsle zwischen Hauptrolle und Nebendarsteller. Doch ich wirke nicht glücklich in diesem merkwürdigen Zusammenschnitt. Menschen umgeben mich und ich kann sie deutlich sehen, diese Schleier der Negativität. Mit einer erdrückenden Schwere zieren sie jeden einzelnen dieser Momente. Ich blicke mir selbst in die Augen, tief in die Seele und sehe ein lastenschweres Herz, das nach Hilfe schreit. Anspannung und Unwohlsein zeigen sich in jedem Muskel meines Daseins. Die Seele des unzufriedenen Körpers, den ich auf diesen geistigen Bildern wahrnehme, möchte ausbrechen und fliehen. Weg von all den Spannungen und lebenserschwerenden Impressionen. Die Batterien sind entladen. Ich bin nicht mehr ich selbst.

Nun stehe ich hier, schreite mit sanften Bewegungen fort und spüre meinen Atem. Filigran ausgeformte Schneeflocken rieseln vom Himmel herab und schmücken mein gelocktes Haar. Ich spüre die Kälte in meinem leicht bekleideten Körper und fühle mich wohl. Glückseligkeit und Harmonie durchströmen mein Inneres und ich gebe mich vollkommen dem Gesang des Waldes hin. Dryaden sind es, die mich mit ihren Stimmen betören. Sie lassen mich eine innige Verbundenheit und Stärke spüren, symbolisieren diese Waldwesen doch eine feminine Perfektion. In zweifelloser Überzeugung genieße ich diese unsichtbaren Mächte um mich herum. In diesem Moment durchfährt mich eine Erkenntnis wie ein energetischer Blitz, der seinem Drang der Entladung folgt: diese Atmosphäre ist der Ausdruck meines Geistes, es ist meine Natur.

Unzählige negative Bindungen erscheinen im Gedankenspeicher. Sie sind der Grund dafür, warum ich aus der Bahn gleite und im Selbstzweifel ersticke. Ungesunde Beziehungen rauben mir sämtliche Energie und saugen mich aus, bis kein Tropfen meines selbst kreierten Lebenselixiers mehr verbleibt. Wende ich mich von ihnen ab und folge dem inneren Ruf meines Verlangens nach Einsamkeit, Naturverbundenheit und Freiheit, so erfüllen mich die Lebensgeister der Weiblichkeit mit einer positiven Energie, die mich glückserfüllt und mit freudiger Erwartung auf dieses Leben blicken lässt. Einmal mehr spüre ich die Vollkommenheit in mir und ich hege keinen Zweifel mehr daran: hier gehöre ich hin.

Wir müssen lernen, wer wir in Wahrheit sind und wonach sich unser Geist sehnt. Diese Erkenntnis ist der Schlüssel zum persönlichen Glück und jeder Mensch hat es in der Hand, das Blatt zu seinen Gunsten zu wenden. Entscheidungen erfordern Klarheit in den Gehirnwindungen, denn Emotionen lassen uns viel zu oft falsche Wege gehen. Mach dich frei von jeglicher Beeinflussung und lass deine innere Stimme für dich sprechen. Vertraue ihrer Weisheit.

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