Ein Brief an die Liebe

Wälder sind magisch, denn sie tragen verborgene Geheimnisse in ihrer Seele. Wer sich den mystischen Mächten hingibt, erweitert seinen Horizont und erfährt Heilung. Ich begebe mich auf die Reise, um die Rätsel meiner zerrütteten Seele zu lösen.

Dort auf der Lichtung steht ein jahrhundertealter Baum mit knorrigen Ästen. Er wirkt verzweifelt und müde. Die Zeichen der Zeit nagen an seiner trockenen und bröseligen Rinde. Es macht den Anschein, als hätte seine letzte Stunde geschlagen. Vorbei sind seine prachtvollen Jahre, in denen sich Vögel zwischen den weichen Nadeln tummelten und die saftig roten Beeren verspeisten. Der Todesbote nähert sich in großen Schritten, um das Gewächs zu erlösen und Platz für neues Leben zu schaffen.

Auf leisen Sohlen wandelt eine dunkle Gestalt durch die tiefen Wälder. Eine verzauberte und glückserfüllte Erscheinung, mit einem Herz voller Liebe. Anmutig wie eine Göttin und weich wie die Weiblichkeit in ihrer reinsten Form bewegt sie sich auf die sonnendurchflutete Lichtung zu. Sie ist sich ihres Weges bewusst und scheint keinen Zweifel an ihrer Richtung zu hegen. Ihr leidenschaftlicher Blick verliert das Objekt der Begierde niemals aus dem Fokus. Wortlos folgt sie ihrem inneren Drang, denn Göttinnen benötigen keine Worte. Ihre pure Ausstrahlung ist der Ausdruck ihres unerschütterlichen Willens.

Ein Buntspecht eilt voraus und lässt sich auf der knorrigen Baumrinde nieder. Er hackt mit seinem Schnabel unaufhörlich auf die Borke ein und der Stamm zerfällt mit jedem Trommelwirbel in tausend Einzelteile. Seine Seele scheint hohl und doch will er sich nicht dem Zerfall hingeben. Wie von einer unsichtbaren Kraft getragen bleibt die erhabene Krone in voller Pracht erhalten. Sie bricht nicht zusammen und trotzt allen äußeren Einwirkungen. Plötzlich wandelt sich das Bild und hinter der Baumhülle zeigt sich neues Leben. Junge Stämme, die im Inneren ihre Wurzeln gefestigt und die Krone übernommen haben, erblicken das Licht der Welt. Der Baum ist nicht tot und die Göttin hat es gewusst!

Dort auf der Lichtung steht eine Eibe. Es ist Freyjas Baum und die natürliche Erscheinung einer unbändigen Kraft zur Selbsterneuerung. Mystische Gewächse, die sich verborgen unter einer alternden Hülle selbst verjüngen und mit dem Tod spielen. Ein Specht trommelt sein Liebeslied und singt von Glück und Lebenskraft. Ein Wandel steht bevor, geführt von der Liebe. Sie ist es, welche die Fassaden einstürzen lässt und das Gute zum Vorschein bringt. Sie ist unser Rückhalt, wenn wir fallen und der Antrieb, der uns nie aufgeben und stets aufstehen lässt. Sie ist das Heilmittel für unsere Sorgen, Ängste und Probleme. Ihre Leidenschaft erweckt uns zum Leben, denn in ihr entfalten sich unsere Emotionen in allen Facetten. Es ist die Liebe, die das Leben wertvoll macht. Vertrauen wir dieser Macht, denn das liebende Herz weist uns den richtigen Weg.

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